Auch das Jahr 2019 steht für uns Christinnen und Christen unter einer biblischen Jahreslosung.

 

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34,15

 

Frieden ist - entgegen aller Erwartungen - überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Das gilt in der historischen Betrachtung genau so wie in unserer weltweiten Gegenwart. 

Schaut man sich die letzten Jahrhunderte in Mitteleuropa an, dann sind die bald 74 Jahre Frieden seit dem Zweiten Weltkrieg die längste Friedenszeit überhaupt.

Welch ein Segen, hier in dieser Zeit leben zu dürfen!

Doch gleichzeitig mit uns leben Abermillionen Menschen auf dieser Welt, die mitten in Kriegen und Bürgerkriegen leben müssen. Syrien, Jemen, Somalia, Ukraine - das sind nur diejenigen Kriege und Konflikte,

die es überhaupt in unsere Nachrichten schaffen, viele andere spielen sich im Schatten der Weltgeschichte ab, häufig genug befeuert von Waffen aus deutscher Produktion.

Die hervorgerufenen Flüchtlingsbewegungen sind ein deutlich erkennbares Resultat direkt vor unseren Augen.

Suche Frieden und jage ihm nach!

Wenn ich diese persönliche Aufforderung aus dem 34. Psalm angesichts der Weltlage höre, fühle ich mich erst einmal maßlos überfordert. Ich habe nicht die Fähigkeit,

für Frieden im Syrienkonflikt zu sorgen, so sehr ich es auch möchte. 

Leider.

Aber ich kann etwas anderes und das können Sie auch.

Wir alle können sanft aber bestimmt für Frieden in unseren eigenen Bezügen sorgen. Wir können bei allen Differenzen in Familie, Nachbarschaft und Gemeinde immer an das Gemeinsame

erinnern und an die Notwendigkeit, sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen, um ihn zu verstehen.

Ich gebe zu, dass das nicht immer einfach ist, schon gar nicht für Eltern von pubertierenden Konfirmanden... Aber das gleiche gilt immer auch umgekehrt.

Die Anstrengung für den Frieden lohnt sich aber immer!

Gegenseitiges Verständnis der Generationen ist wunderbar, löst aber noch keine gesellschaftlichen oder  internationalen Konflikte.

Doch auch da sind wir nicht so machtlos, wie wir manchmal denken.

Denn ich halte es gerade für uns Christinnen und Christen für extrem wichtig, dass wir weiterhin und noch mehr unsere Stimme aus unserem Glauben heraus erheben.

Unsere Demokratie gibt uns dauerhaft diese Möglichkeit. Wir dürfen den Predigern des Hasses und der Aggression nicht das Feld überlassen, die mit Gewalt unsere Gesellschaft spalten wollen.

Genau so verdient die Politik Widerspruch, die es zulässt, dass die Armen immer ärmer werden und so eine abgehängte Unterschicht dauerhaft etabliert wird. Das dient nicht dem Frieden!

Ich möchte damit deutlich betonen, dass unser christlicher Glaube Folgen haben kann und Folgen haben muss: Einerseits kann ich persönlich Frieden gewinnen,

weil ich durch die Liebe meines Gottes getröstet bin. Andererseits motiviert mich dieser Trost zum Handeln, um sowohl mein Leben als auch das Leben meines Nächsten besser zu machen.

Und das heißt zu allererst: Frieden.

 

Es grüßt Ihr Pfarrer Arne Polzer